Das Hackerdorf

Ein Wohnprojekt für Nerds

Einleitung

Wir leben in einer sich rasch verändernden Welt. Globalisierung und Digitalisierung haben unmittelbare, große Veränderungen in das Leben aller Menschen gebracht. Privatleben und Arbeitswelt sind einem ständigen Wandel unterworfen.

Das Wohnen passt sich diesem nur langsam an. Immobilien sind ortsgebundene, große, individuell errichtete Objekte mit langer Lebensdauer. Das Wohnen ist für Menschen der zentrale Punkt, an dem sich das Leben orientiert. Entsprechend weitreichend sind die Konsequenzen der Entscheidung für eine Immobilie.

Gestaltungsspielraum & Flexibilität

Das Hackerdorf ist ein Konzept, die Wohnsituation dem modernen Leben anzupassen. In der modernen Welt ist das Leben raschen Änderungen unterworfen. Erwerbstätigkeiten sind wechselhaft geworden, regelmäßige Jobwechsel für viele Menschen die Regel. Die Wohnsituation daran anzupassen ist eine Herausforderung. Denn ein traditionelles Lebensziel für viele Menschen ist ein Eigenheim. Eine eigene Immobilie kann selbst gestaltet werden und erlaubt es sein Leben zu entfalten. Doch mit der Entscheidung für eine Immobilie bindet man sich für lange Zeit an einen Ort. Durch beschränkte finanzielle Mittel müssen Kompromisse viele Kompromisse bei Größe und Ausstattung eingegangen werden. Dennoch ist der Immobilienkauf für viele Menschen immer noch die größte finanzielle Entscheidung in ihrem Leben. Eine Immobilie zu finanzieren bedeutet eine langfristige Investition und bestimmt die Finanzplanung der nächsten Jahrzehnte. Wahrend die Immobilie die Lebensplanung räumlich und finanziell fixiert wandelt sich das Erwerbsleben immer schneller.

Das Eigenheim in der globalisierten Welt

Das Wohnen passt sich diesem nur langsam an. Immobilien sind ortsgebundene, große, individuell errichtete Objekte mit langer Lebensdauer. Das Wohnen ist für Menschen der zentrale Punkt, an dem sich das Leben orientiert. Entsprechend weitreichend sind die Konsequenzen der Entscheidung für eine Immobilie.

Die offensichtliche Reaktion auf das flexible Arbeitsleben ist in Ballungsgebiete wie große Städte zu ziehen, zur Miete zu wohnen und begrenzten Hausstand zu haben. So kann man schnell auf Jobwechsel reagieren und leicht umziehen. Die beschränkte Wohnsituation hat aber einen großen Einfluss auf das Leben.

Idee

Das Gegenteil vom typischen Eigenheim ist das Hackerdorf, das es ermöglicht flexibel auf die Anforderungen der globalisierten Welt zu reagieren. Die Idee ist gemeinsam mit Freunden eine Wohnsituation zu schaffen. Das schafft folgende Vorteile:

Nachbarn

Man kann sich bewusst und aktiv die Nachbarn aussuchen. Man kann so Streitigkeiten mit unliebsamen Nachbarn verhindern. Zudem kann man von guten Nachbarn profitieren und hat Freunde in der Nähe wohnen.

Geteilte Infrastruktur

Durch die hohen Kosten muss man bei der Ausstattung der eigenen Immobilie vielfältige Kompromisse eingehen. Oftmals benötigt man Ausstattung aber nicht zur alleinigen Nutzung, etwa ein Garten, Werkstatt, Internetanbindung oder Wellness. Wenn man diese teilen kann, lässt sich also mehr Ausstattung realisieren. Gemeinsam lassen sich auch vielfältige Nebenflächen finanzieren und unterhalten, wie Gemeinschaftsräume,Werkstätten, ein Gästeappartement und Co-Working-Space.

Kosten

Auch sind Immobilien sehr teuer. Insbesondere einzelne Häuser sind konzeptbedingt teuer in Errichtung und Unterhalt. Jedes Haus benötigt ein Fundament, ein Dach und eine Heizung. Mit mehreren Parteien kann man diese fixen Kosten aufteilen und Kosten erheblich reduzieren.

Konzept

Wie in einem Dorf leben Menschen nebeneinander. Es gibt aber viel gemeinsame Infrastruktur und Nebenflächen, die geteilt werden können. Dadurch werden neue Möglichkeiten geschaffen, aber auch Kosten gesenkt. Wichtig ist hierbei jedoch ein individuelles Leben zu erlauben. Um auf alle Eventualitäten des Lebens reagieren zu können ist außerdem eine gute Klärung der Eigentumsverhältnisse wichtig.

Hierdurch grenzt sich das Hackerdorf von anderen gemeinschaftlichen Wohnkonzepten ab. Denn gemeinschaftliches Wohnen hat eine lange Tradition und vielfältige Ausprägungen.

Andere gemeinschaftliche Wohnformen

So gibt es Wohngemeinschaften, in denen Menschen sich eine Wohnung teilen und sich Gemeinschaftsräume wie Bad und Küche teilen. Hierbei werden Einschränkungen im Privatleben für große Einsparpotentiale hingenommen. In Kommunen wohnen Menschen gemeinsam und teilen ihr gesamtes Eigentum. Das Leben in Kommunen bedeutet dadurch einen ganz alternativen Lebensstil. In Eigentumswohnungen gibt in einem gemeinsamen Gebäude abgetrennte Wohneinheiten, aber keine gemeinsam benutzten Räume. Beim Mehrgenerationen-Wohnen werden Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen zusammengeführt. Die Idee ist, dass diese sich gegenseitig unterstützen können und so eine gute Nachbarschaft formen. Oft ist es so, dass dies innerhalb von Familien umgesetzt wird, sodass Kinder, Eltern und Großeltern zusammen wohnen. Es gibt auch Projekte, bei denen fremde Menschen generationenübergreifend in Wohnanlagen gemeinsam wohnen. In diesem Fall haben diese Bewohner ganz unterschiedliche Hintergründe. Im Hackerdorf leben Menschen mit dem gleichen Mindset, da sie schon die gleiche Einstellung haben und die Zusammenarbeit aus Hackerspaces kennen. Dies ermöglicht es gemeinsam Hackerspace-artige Gemeinschaftsräume aufzubauen und zu unterhalten. So haben die Bewohner des Hackerdorfes gemeinsame Interessen und Vorstellungen, etwa für Werkstätten, Laboren und Aufenthaltsräume. Dies führt zu mehr Synergieeffekten und einem schnelleren Aufbau, da gemeinsame Interessen und Vorstellungen nicht erst entwickelt werden müssen.

Organisation und Finanzierung

Eine Immobilie ist eine große Investition und meist die teuerste Anschaffung des Lebens. Das macht das Hackerdorf zu einem sehr großen Projekt. Gleichzeitig bestimmt die Wohnung das Leben. Fehler und Probleme bei einem solchen Projekt können gravierende Auswirkungen haben, bis hin zum persönlichen Finanziellen Ruin. Daher ist Risikomanagement und Minimierung der wichtigste Aspekt. Es geht nicht nur um die Anschaffung einer Immobilie, sondern auch um den Unterhalt, einen eventuellen Umbau und die individuellen Entscheidungen der Bewohner. Was kann alles passieren? Neben unerwarteten Problemen etwa am Gebäude können auch persönliche Katastrophen auftreten. Was passiert bei Krankheit, Umzug oder Scheidung von Bewohnern? Wie können Bewohner aussteigen, ohne dass das Projekt bedroht wird? Hierbei ist die Organisation und Rechtsform entscheidend. Wie laufen Entscheidungen ab? Wie wird entschieden? Können einzelne Parteien ganze Entscheidungen blockieren oder erzwingen? Wie werden strittige Punkte geklärt?

Wie läuft die Finanzierung ab? Wer ist Geldgeber, wie werden Kosten umgelegt? Gibt es einen Ausgleich zwischen verschiedenen Parteien? Wie sieht die langfristige Finanzierung in zwanzig oder dreißig Jahren aus? Wie ist ein Ausstieg oder ein nachträglicher Einstieg in das Projekt möglich? Ist es möglich, Anteile zu erhöhen oder zurück zu geben?

Das sind ganz individuelle Entscheidungen. Denn so individuell wie die Bewohner, die Gebäude, so individuell sind auch die passenden Organisationsformen. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Organisationsformen für Immobilien- und Wohnprojekte: Klassische Organisationsformen für Reihenhäuser und Eigentumswohnungen sind die Eigentümergemeinschaft und die Bauherrengemeinschaft. Alternativ kann auch eine Partei oder Gemeinschaft als Vermieter auftreten, sodass die Bewohner reguläre Mietverträge z.B. für möblierte oder unmöblierte Wohnungen abschließen. Gemeinschaftsflächen können als Teileigentum allen zur Verfügung stehen, während Wohnungen Sondereigentum sind. Es besteht auch die Möglichkeit eine rechtliche Gemeinschaft wie eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) zu gründen. Rechtliche Gemeinschaften können beschränkt oder unbeschränkt haften. Für große Projekte kann es sich auch lohnen etwa eine Genossenschaft zu gründen, um eine flexible Teilhabe der Parteien zu ermöglichen.

Getting Started

Du hast Interesse an einem gemeinsamen Wohnen und möchtest ein Hackerdorf aufbauen?

Dann fange an davon zu träumen, zu überlegen und mit anderen Leuten darüber zu sprechen. Ein gemeinsames Wohnprojekt ist eine große und sehr individuelle Entscheidung. Wie dein Hackerdorf aussieht hängt maßgeblich von euren Vorstellungen, Bedürfnissen, aber auch äußeren Einflüssen wie verfügbare Immobilien, Gebäude und finanziellen Mitteln ab. Die Wohnung ist der Mittelpunkt deines Lebens und hat Einfluss auf alle Aspekte: Alltag, Arbeit, Freunde, Freizeit. Wie das Hackerdorf für dich aussieht, wer mit dir mitmacht und was später entsteht, liegt ein deinen Händen. Anders als bei Hackerspaces gibt es noch keine Erfahrungen und Design Patterns. Klasr ist, dass das Hackerdorf ein langfristiges Projekt ist und entsprechender Planungen bedarf. Gemeinsam zu wohnen, umzuziehen und das Leben danach auszurichten ist ein langfristiges Projekt und benötigt einen langen Atem. Es geht aber nicht nur um die Gemeinschaft, denn deine Wohnung ist auch der Mittelpunkt deines Lebens. Es muss daher auf dein Leben zugeschnitten sein und deine Anforderungen an Wohnen erfüllen. Wie sieht dein Leben in zehn Jahren aus?

Folgende Punkte sind sinnvoll um einen Einstieg zu finden:

Rede darüber!

Finde Mitstreiter und findet heraus, wie das Hackerdorf für euch aussieht. Was ist euch wichtig? Die größte Schwierigkeit ist es, die individuellen Vorstellungen zusammen unter einen Hut zu bringen.

Checkliste!

Erstellt eine Checkliste mit Punkten, die euch wichtig sind. Haltet sie möglichst minimal und konkret, sodass ihr neue Objekte ohne viel Aufwand anhand der Checkliste bewerten könnt.

Immobilien anschauen!

Schaue dir Immobilien an, fordere Unterlagen und Exposés an. Gehe zu Besichtigungen. Entwickele ein Gefühl dafür was möglich ist und welche Immobilien in deinem Suchradius angeboten werden, worauf man achten muss und was das Ganze kostet. Am konkreten Objekt lassen sich Aspekte erkennen, die euch vielleicht noch nicht aufgefallen sind.

Jetzt anfangen!

Wohnen ist eine sehr wichtiges und persönliches Bedürfnis. Das richtige Wohnkonzept zu entwickeln dauert Zeit und kann nur individuell erfolgen. Daher fangt damit sofort an, um nicht von der Realität überholt zu werden. Sonst kann es passieren, dass durch Familienplanung oder andere äußere Einflüsse das Einfamilienhaus doch eine sehr attraktive Option erscheint.

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